22.02.2018

Zahlen, Daten und Fakten zum Fahrradmarkt in Deutschland und Europa: Umsatz durch Fahrradverkäufe erreicht 2016 neuen Rekordwert

Das Jahr 2016 war für die Fahrradbranche erneut sehr erfolgreich – vor allem das E-Bike bereitet der Fahrradindustrie weiterhin ungebremste Freude. Elektrifizierung und wachsender Fahrradbestand beschleunigen dabei die Entwicklung des Fahrrads zum bevorzugten Verkehrsmittel der Deutschen. Begleitet wird diese Entwicklung durch die Bereitschaft der Konsumenten für Qualität mehr Geld auszugeben: Im Vergleich zu 2015 wuchs der Umsatz durch Fahrradverkäufe in Deutschland um 7,4 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Zu diesen Ergebnissen kommen der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) und die Confederation of the European Bicycle Industries (CONEBI).

Insgesamt bewegten sich die Abverkäufe hierzulande weiterhin auf hohem Niveau – 4,05 Millionen Fahrräder und E-Bikes gingen 2016 über die Ladentheke. Einen erheblichen Anteil an der Gesamtsumme stellen E-Bikes mit 605.000 Stück. Auch hier ist die Tendenz steigend – 2015 waren es noch 535.000 Einheiten. Von 557 auf 643 Euro erzielte der durchschnittliche Preis pro Fahrrad (inklusive E-Bikes) ebenfalls erneut einen Zuwachs. Die Bereitschaft der Kunden immer hochwertigere und demnach haltbarere Fahrräder zu kaufen führte zu einem leichten Rückgang der Produktionszahlen, die mit 1,97 Millionen Stück aber weiterhin ein zufriedenstellendes Level halten (2015: 2,19 Millionen). 351.500 davon waren E-Bikes, im Vergleich zu 305.000 im Jahr 2015. Auch die Menge der exportieren E-Bikes ist um 66,4 Prozent auf 233.000 gestiegen.

E-Bikes sorgen auch im 1. Halbjahr 2017 für gute Stimmung

2017 kann die deutsche Fahrradindustrie laut ZIV voraussichtlich an diese Erfolge anknüpfen: Der ZIV rechnet mit einem leichten Umsatzplus bei der Gesamtheit von Fahrrädern, E-Bikes, Komponenten und Zubehör. Als Umsatztreiber erweist sich weiterhin das E-Bike: Der Verband schätzt, dass bereits im 1. Halbjahr 2017 rund 540.000 E-Bikes über den Handel abgesetzt wurden. Auf das Gesamtjahr bezogen rechnet die Industrie mit 680.000 verkauften E-Bikes – das wäre ein zweistelliges Wachstum von rund zwölf Prozent. Allgemein kommt der Bereich Elektrifizierung in Bewegung: Der Elektroantrieb hält Einzug in fast alle Modellgruppen. Vor allem E-Mountainbikes schließen in der Beliebtheit zu den momentan dominanten Kategorien E-City- und E-Trekkingbikes auf. Aber auch die Zunahme von elektrischen Lasten- und Cargorädern ist bemerkenswert. Diese Fahrzeugkategorie leistet bereits heute vor allem im urbanen Raum einen wichtigen Beitrag beim Lastentransport und hilft den zunehmenden Lieferverkehr durch umweltfreundliche und platzsparende Konzepte zu ergänzen.

Trekking- und City-Räder mit hoher Beliebtheit – E-Varianten holen auf

Obwohl sich das E-Bike wachsender Beliebtheit erfreut, belegte das Trekkingbike im Gesamtabsatz des Jahres 2016 in Deutschland mit 32 Prozent den ersten Platz. 20 Prozent entfielen auf das City-Rad. E-Bikes wuchsen auf 15 Prozent (2015: 12,5 Prozent). Es folgen Mountainbikes (neun Prozent), All-Terrain-Bikes (7,5 Prozent), Jugendräder (vier Prozent), Rennmaschinen/Flat-Handlebar/Cross Bikes (vier Prozent), Holland- und Tourenräder (3,5 Prozent) sowie Kinderräder (drei Prozent). Zwei Prozent entfallen auf sonstige Räder. Zum Fahrradkauf besuchen Konsumenten bevorzugt ein Fachgeschäft – 69 Prozent der Umsätze werden dort generiert. 16 Prozent entfallen auf SB-Warenhäuser, Baumärkte und den Lebensmitteleinzelhandel. Der Anteil des Online-Handels am generierten Umsatz ist innerhalb der vergangenen fünf Jahre von acht auf 15 Prozent gewachsen.

Deutsche Fahrradindustrie kann sich auch international behaupten

Insgesamt wurden 2016 in Europa 12,7 Millionen Fahrräder produziert. Als europäischer Spitzenreiter belegt Italien mit 2,34 Millionen Einheiten den ersten Platz. Darauf folgt Deutschland mit 1,97 Millionen Einheiten. Auch bei der Anzahl der meisten Beschäftigten liegen diese beiden Nationen an der Spitze (Deutschland: 9.478 Personen, Italien: 5.704 Personen). Im internationalen Vergleich zeigten sich die deutschen Konsumenten mit 4,05 Millionen verkauften Fahrrädern besonders kauffreudig. Platz 2 belegt Großbritannien mit 3,05 Millionen, dicht gefolgt von Frankreich mit 3,04 Millionen abgesetzten Einheiten. Den höchsten Durchschnittspreis zahlten Verbraucher mit 1.010 Euro in den Niederlanden. Die deutschen Verbraucher holen im Vergleich zu den Vorjahren stark auf und liegen nun bei 643 Euro.