21.02.2019

Wachsender Umsatz bei Fahrradverkäufen im Jahr 2017

E-Bikes bleiben Wachstums- und Innovationsmotor der Branche

Im Jahr 2017 feierte das Fahrrad Jubiläum: Seit 200 Jahren gibt es das umweltfreundliche Fortbewegungsmittel – und es hat noch immer nichts von seiner Faszination verloren. So konnte die deutsche Fahrradbranche erneut ein Umsatzplus verzeichnen. Als Gründe dafür gelten eine fahrradfreundliche Witterung und die zunehmende Elektrifizierung des Zweiradbestands. E-Bikes verzeichnen in den verschiedenen Varianten die höchsten Zuwächse. So stieg der Umsatz in den Bereichen der Fahrräder und E-Bikes auf 2,69 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von rund 3,2 Prozent. Der Gesamtumsatz der Branche inklusive der Komponenten- und Zubehörindustrie beträgt rund 5,4 Milliarden Euro. Zu dieser Einschätzung kommt der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV).

Der Fahrradbestand konnte im Jahr 2017 weiter wachsen und liegt nun bei 73,5 Millionen Stück. Darin sind nach Schätzungen inzwischen 3,5 Millionen E-Bikes enthalten. Ein kleiner Wermutstropfen ist die Zahl der Abverkäufe: Zwar liegt sie mit 3,85 Millionen Einheiten weiterhin auf einem hohen Niveau, allerdings entspricht diese Gesamtzahl einem Rückgang von rund fünf Prozent. Dass dennoch der Branchenumsatz stieg, ist dem durchschnittlich höheren Verkaufspreis der Fahrräder zu verdanken. Er lag 2017 über alle Vertriebskanäle hinweg bei 698 Euro. Damit kostete ein Fahrrad im Schnitt 8,6 Prozent mehr als noch 2016. Der Grund liegt einerseits in den E-Bikes, die generell hochpreisiger sind als die nicht elektrischen Modelle. Andererseits zeigt sich auch bei den konventionellen Fahrrädern ein anhaltender Trend zu Modellen mit hochwertiger Ausstattung.

E-Bikes als Wachstumsgarant und Innovationstreiber

E-Bikes zeigten trotz der insgesamt abnehmenden Zahl an Fahrradverkäufen ein sehr dynamisches Wachstum: 720.000 der elektrifizierten Modelle wurden im Jahr 2017 verkauft, was einer Steigerung von 19 Prozent zum Vorjahr entspricht. E-Bikes sind somit zunehmend der Wachstumsmotor für die Fahrradbranche. Sie sind inzwischen in allen Modellgruppen heimisch. Die verkauften Modelle verteilen sich auf die Sparten wie folgt: E-City-/Urban-Bikes 38,5 Prozent, E-Trekking-Bikes 35,5 Prozent, E-Mountainbikes 21,5 Prozent, E-Lastenfahrräder drei Prozent, schnelle E-Bikes ein Prozent und sonstige E-Bikes 0,5 Prozent. E-Bikes nehmen inzwischen einen Marktanteil von 19 Prozent am Gesamtfahrradmarkt ein. Daher hat der ZIV seine Prognose für die Marktanteile korrigiert: Mittelfristig wird ein Anteil von 23 bis 25 Prozent, langfristig dann ein Anteil von 35 Prozent am Gesamtfahrradmarkt erwartet.

Erstes Halbjahr 2018 vielversprechend

Das Jahr 2018 verspricht in der Auswertung ebenfalls ein erfolgreiches Jahr für die Fahrradbranche zu werden. Die fahrradfreundliche Witterung sowie die zunehmende Zahl an Elektrofahrrädern sorgten für vielversprechende Absatzzahlen im ersten Halbjahr. Von Januar bis Juni 2018 stieg Schätzungen des ZIV zufolge die Fahrradproduktion auf 1,33 Millionen produzierter Einheiten, was einem Zuwachs von 1,9 Prozent entspricht. Der Absatz von Fahrrädern und E-Bikes ist in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 2,8 Millionen gestiegen – ein Plus von sechs Prozent. Speziell auf E-Bikes bezogen prognostiziert der ZIV ein überdurchschnittliches Wachstum. Auf Basis der rund 670.000 verkauften Einheiten in der ersten Jahreshälfte prognostiziert der ZIV den Absatz von E-Bikes für das Gesamtjahr 2018 auf 850.000. Das wäre ein Zuwachs von 18 Prozent.

Steigende Exportzahlen im Jahr 2017 und im Jahr 2018

Die Exportzahlen konnten 2017 erneut zulegen. Insgesamt wurden mit rund 1,16 Millionen Fahrrädern und E-Bikes ein Prozent mehr exportiert. Die E-Bike-Exporte allein stiegen auf 291.000 Stück. Das ist ein Plus von 25 Prozent im Vergleich. Im ersten Halbjahr 2018 wurden 0,73 Millionen Fahrräder und E-Bikes und somit elf Prozent mehr exportiert. Der Export von E-Bikes legte dabei im ersten Halbjahr 2018 um 34 Prozent zu.

Weitere Informationen: www.ziv-zweirad.de