27.02.2020

Fahrradverkäufe wieder über Vier-Millionen-Marke

E-Bikes sichern starkes Wachstum der Branche

Hervorragende Wetterbedingungen und die zunehmende Bedeutung des Radverkehrs für die Mobilität der Zukunft sorgten in der deutschen Fahrradbranche für ein wirtschaftlich starkes Jahr 2018. Besonders erfreulich: Die Gesamtzahl der verkauften Fahrzeuge stieg nach dem Einbruch im Vorjahr wieder über die Vier-Millionen-Marke. Die Fahrrad- und E-Bike-Hersteller verzeichneten 2018 einen deutlich gesteigerten Umsatz von 3,16 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 16,3 Prozent. Die Bereiche Komponenten und Zubehör hinzugerechnet, liegt der Gesamtumsatz der deutschen Fahrrad-, E-Bike-, Komponenten- und Zubehörindustrie nach der Einschätzung des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) sogar bei rund sechs Milliarden Euro.

Der Fahrradbestand legte im Jahr 2018 weiter zu und erreichte den Schätzungen des ZIV zufolge 75,5 Millionen Stück. Darin enthalten sind rund 4,5 Millionen E-Bikes. Die Abverkäufe an Fahrrädern lagen mit 4,18 Millionen um 8,6 Prozent über dem Vorjahr. Neben der Trendwende insgesamt ist dabei zu beachten, dass nicht nur der Absatz von E-Bikes, sondern auch der Absatz von normalen Fahrrädern gestiegen ist. Diese verzeichneten zuletzt stagnierende Absatzzahlen, konnten im Jahr 2018 jedoch um zwei Prozent zulegen. Die Auswirkung auf die Gesamtabsatzzahl ist deutlich, da das normale Fahrrad nach wie vor drei Viertel aller Verkäufe ausmacht.

Die stark gestiegene Umsatzzahl begründet sich neben der größeren Menge verkaufter Fahrzeuge durch einen erneut gestiegenen durchschnittlichen Kaufpreis pro Fahrrad. Dieser erreichte 2018 die Marke von 756 Euro, was einer Steigerung von 7,1 Prozent zum Vorjahr entspricht. Für diesen höheren Durchschnittspreis sind nicht allein die E-Bikes verantwortlich. Vielmehr entscheiden sich die Kunden generell gerne für Produkte mit qualitativ hoher Ausstattung. Vor allem Komfort und eine hohe Nutzungsdauer werden bei der Kaufentscheidung geschätzt.

 E-Bikes erneut mit starkem dynamischem Wachstum

E-Bikes waren im Jahr 2018 erneut der größte Wachstumstreiber der Branche. Mit 980.000 Fahrzeugen verpasste ihr Absatz nur knapp die Millionenmarke. Damit stiegen die Absatzzahlen in diesem Bereich um 36 Prozent.

E-Bikes haben inzwischen einen Marktanteil am Gesamtfahrradmarkt von 23,5 Prozent. Der ZIV korrigiert daher seine Prognose für den mittelfristig zu erwartenden Marktanteil auf 30 Prozent. Langfristig seien laut dem Branchenverband 35 Prozent Marktanteil realistisch zu erwarten.

Wachstum setzt sich im ersten Halbjahr 2019 fort

Im ersten Halbjahr 2019 ist ein weiterer Wachstumstrend erkennbar. Zwischen Januar und Juni wurden bereits 2,93 Millionen Fahrräder und E-Bikes verkauft, was einem Plus von 3,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum entspricht. E-Bikes machten davon 920.000 Stück aus. Für das gesamte Jahr geht die Industrie daher von einem Absatz von 1,1 Millionen Fahrzeugen aus. Das wäre ein Plus von zwölf Prozent.

Exporte von E-Bikes mehr als verdoppelt

Der Export von Fahrrädern konnte im Jahr 2018 weiter wachsen. Zusammengenommen steigerte sich die exportierte Menge an Fahrrädern und E-Bikes auf 1,27 Millionen Stück. Das sind 8,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Beachtlich ist die Entwicklung bei den exportierten E-Bikes: Von ihnen wurden 440.000 Stück ins Ausland verkauft, was einen Absatzsprung von 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Quellen und weitere Informationen:
www.ziv-zweirad.de / www.fahrrad-essen.de